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Kategorie: Berichte

Jahreshauptversammlung am 17.04.2026

Jahreshauptversammlung am 17.04.2026

Am Freitag, den 17.4.2026 fand im kleinen Saal des Bürgerhauses Allendorf/Lda. unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt, zu der wir wieder zahlreiche Mitglieder begrüßen konnten. Im vergangen Jahre wurden 4 Veranstaltungen im Stadttheater Gießen besucht, weitere Aufführungen sahen wir im Kellertheater Wetzlar, in der Stadthalle Weilburg und im Marionettentheater Eckelshausen. Erstmals besuchten wir auch die Lehnheimer -Theatergruppe.

Höhepunkt war wieder der Besuch des Neujahrsvariete Dolce in Bad Nauheim sowie die Fahrt zur Freilichtbühne nach Hallenberg. Neben den Theaterbesuchen führte uns ein Tagesausflug nach Frankfurt ins Städel-Museums.

Nach den Tätigkeitsberichten gab es einen besonderen Programmpunkt: Johanna Fey wurde für 50 Jahr Mitgliedschaft im Kulturring Allendorf/Lda. geehrt. Der erste Vorsitzende Herwig Stein bedankte sich recht herzlich für die langjährige Treue und Verbundenheit und überreichte der Jubilarin eine Urkunde und ein Blumenpräsent.

Erfreut haben sich auch in diese Jahr bereits wieder zahlreiche neue Mitglieder angemeldet. Der Kulturring Allendorf/Lda. feiert am Freitag, 18. Sept. 2026 sein 75jähriges Jubiläum mit einer Festveranstaltung. Weitere Informationen erfolgen rechtzeitig.

Hartmut Winkler präsentiert den Anwesenden zum Abschluss eine digitale Bildershow über vergangene Veranstaltungen des Kulturrings (z. B. Keltenwelt, Hessenpark, Schloss Eichenzell, Städel Museum u. w. m.).

G.S.

Dumme Jahre“ im Stadttheater Gießen – eine ostdeutsche Familiengeschichte

Dumme Jahre“ im Stadttheater Gießen – eine ostdeutsche Familiengeschichte

Mit zahlreichen Mitgliedern unseres Kulturrings besuchten wir am 29. März zum zweiten Mal in diesem Jahr das Stadttheater Gießen. Neben den begehrten Plätzen für das Musiktheater gibt es im  Kulturring auch viele Interessierte, die gerne die in Gießen gezeigten Schauspiele besuchen. An diesem Sonntag war es das Stück „Dumme Jahre“, ein Kammerspiel über eine ostdeutsche Familiengeschichte, die sich über fünf Jahrzehnte bis in die Gegenwart erstreckt. Der Autor Thomas Freyer schrieb das Stück 2024 für das Nationaltheater Weimar und die Gießener Inszenierung ist die erste an einem westdeutschen Theater. „Dumme Jahre“ erzählt die Geschichte von Regine, die gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang, einem Busfahrer, und den zwei Kindern in einer ostdeutschen Kleinstadt lebt. Sie lieben sich, halten zusammen und finden trotz unterschiedlicher Haltungen zum Sozialismus nach kurzer Trennung wieder zueinander. Auf der Bühne wird Regines und Wolfgangs Leben in verschiedenen Lebensphasen präsentiert. Zeitlich beginnt das Ganze mit den Anfängen in der DDR ab 1968, als sich Regine und Wolfgang kennenlernen. Wolfgang ist regimekritisch, während sich Regine als Chemiefacharbeiterin für die Aufbauideologie des Arbeiter- und Bauernstaats aufreibt. Es folgt die Wendezeit und der Umbruch 1989/1990, die für Wolfgang die ersehnte Freiheit bringt, während sich Regine unsicher und orientierungslos fühlt. Schließlich die Gegenwart und Rückschau, in der Regine auf ihr Leben zurückblickt, während Wolfgang zunehmend an Demenz erkrankt.

Das alles wird nicht chronologisch erzählt. Das Stück springt zwischen den Jahren und Erzählebenen hin und her und es gibt viele (von den Schauspielern im Übrigen souverän gemeisterte) Rollen – und Kostümwechsel. Man musste als Zuschauer schon gut aufpassen, um zu verstehen, in welcher Epoche man sich gerade befindet. Auf der Bühne wird Regine von drei verschiedenen Darstellerinnen verkörpert, die unterschiedliche Lebensphasen aufzeigen und oft direkt miteinander sprechen. Als Wolfgang erkrankt und schließlich stirbt, blickt Regine zurück auf ihr Leben. Schicht für Schicht trägt sie ihre vielen Erinnerungen ab und stellt sich die Frage: Was wäre möglich gewesen, wenn ich nicht in diesem Land, der DDR, gelebt hätte? Warum habe ich die Erziehung meiner Kinder von dem mitleidslosen Verhalten der eigenen Eltern beeinflussen lassen? Regine erkennt, dass sie sich oft angepasst und Chancen verpasst hat. Am Ende ihres Lebens mündet ihr schonungsloser Rückblick in einer durchwachsenen und melancholischen Bilanz.

Unsere Bilanz der Vorstellung  „Dumme Jahre“ hingegen fällt positiv aus. Die durchweg sehr gute schauspielerische Leistung wird von uns und den weiteren Theaterbesuchern mit sehr herzlichem Schlussapplaus belohnt.

Text und Bilder : E. Z.

22. Internationale OVAG-Varieté im DOLCE-Hotel

22. Internationale OVAG-Varieté im DOLCE-Hotel

Der Kulturring Allendorf/Lumda fuhr am 06.02.2026 mit 54 Personen nach Bad Nauheim, um das 22. Internationale OVAG-Varieté im DOLCE-Hotel anzusehen.

40 Artisten aus 12 Nationen begeisterten das Publikum mit Magie, Jonglage sowie sportlichen Vorführungen mit Tempo und Präzision, als auch mit atemberaubender Balance in luftiger Höhe. Die Künstler wurden nach einem 3-stündigen Programm mit langanhaltendem Applaus und begeisterten Zurufen belohnt.

Aufgrund der großen Nachfrage haben wir bereits Karten für das nächste Jahr bestellt und zwar für den 29. Januar 2027, Beginn 15.00 Uhr. Sollten Sie  Interesse haben, bitten wir bereits jetzt schon um Ihre Anmeldung an Erika Hofmann, Allendorf/Lda., Tel. 06407 8348

Was gibt’s Neues?

Seit 23 Jahren nutzt die Ovag das Jugendstil-Theater des Bad Nauheimer Hotels Dolce für ihr Internationales Neujahrs-Varieté. Ab Herbst 2026 pachtet die Ovag das Theater nun ganzjährig unter dem neuen Namen „Ovag Theater Dolce“. Zum Neujahrs-Varieté kommen dann weitere Shows hinzu: Eine Winterrevue, eine Show rund um Elvis Presley, die langjährige Zusammenarbeit mit dem Capitol Orchester aus Offenbach wird fortgesetzt und Autorenlesungen sind geplant.

Text und Bilder: CH

„Der Liebestrank“ (L’elisir d’amore) von Donizetti, Stadttheater Gießen am 18.01.2026

„Der Liebestrank“ (L’elisir d’amore) von Donizetti, Stadttheater Gießen am 18.01.2026

„Der Liebestrank“ (L’elisir d’amore) von Donizetti, eine musikalische Komödie,  in der ein „Harlekin“ (Nemorino) durch einen angeblich magischen Trank das Herz seiner Angebeteten (Adina) erobert, was zu Verwirrung, Intrigen und einer lustigen Achterbahn der Gefühle führt, bis alles gut ausgeht.

Die Einführung machte in einem hohen Sprechtempo Julia van der Horst, die neue Dramaturgin im Stadttheater Gießen.(Foto) Uns erwartete eine spritzige Inszenierung, die wieder einmal dem Einfallsreichtum des Stadttheaters gerecht wurde.

 

Das rot-weißes Harlekin-Rautenmuster auf dem Bühnenboden und der Kleidung der Volksmenge hat seinen Ursprung in der italienischen Volkskomödie, wo das geflickte Kostüm des Harlekin seine Armut symbolisierte  – seine Kleidung bestand verschiedenen Stoffresten.  Die Uniformen und Tschakos der Soldaten waren mit  Dalmatiner-artigen schwarzen Flecken auf weißem Grund versehen – warum auch immer.

Nemorimos Kostüm ähnelte allerdings eher einem Schlafanzug. Originell war die Ankunft des Quacksalbers Dulcamara im in einem Heißluftballon mit Hupe, ausstaffiert mit magentafarbenen Perücke und Blümchenanzug.

 

In Nemorinos berühmten Arie „Una furtiva lagrima“ (Eine heimliche Träne) gibt er der Hoffnung Ausdruck, dass sein Liebestrank wirkt, als er eine Träne im Auge seiner Angebeteten bemerkt. Ein Schmunzeln sah man auf den Gesichtern des Publikums, als beim Happy-End Adina gleich zur Sache kam und Nemorino schon mal die Hose auszog.

Wieder einmal setzte das agile Ensemble des Gießener Theaters die locker-gewitzte Inszenierung mit großer Spielfreude um. Am Ende gab es lang anhaltenden absolut verdient Standing Ovation.

GS

 

Ein Casanova auf Bewährung

Ein Casanova auf Bewährung

Diese turbulente Mundart-Komödie sahen wir am Freitag, den 21.Nov. 2025 in Grünberg-Lehnheim – gespielt von der Lehnheimer Theatergruppe. Es war filmreif, was uns auf der Bühne des Dorfgemeinschaftshauses von den 10 Hobby-Schauspieler geboten wurde. Alle Rollen waren genial besetzt und die Schauspieler agierten mit viel Witz und Spielfreude.

In der Komödie wechselten die Identitäten von Casanovas Frauen schneller, als es die Anwesenden realisieren konnten. Bis am Ende dann doch wieder alles ins rechte Lot kam, konnten wir uns an der an der kurzweiligen Handlung und den flotten und frechen Sprüchen ergötzen.

Als gute Seele in dem Stück agierte Regina Greb als Putzfrau Emmi Krümel. Um ihren Anweisungen Nachdruck zu verleihen mussten oft angebliche Zitate von „Konfuzius, dem großen Indianerhäuptling“ herhalten.

 

Regie führte Karin Kühn. Sie begrüßte zu Beginn besonders unsere Große Gruppe vom Kulturring Allendorf/Lda. Weiterhin berichtete sie, dass die Theatergruppe aus den Einnahmen traditionell sozialen Projekte unterstützt. So kommt auch in diesem Jahr u.a. wieder 1 € pro Eintrittsgeld dem Kinderhospiz zugute

Und Konfuzius, der große Indianerhäuptling empfahl uns, im nächsten Jahr etwa später abzufahren – sollten wir wieder hinfahren.

G.S.

Städel Museum in Frankfurt am 30. Oktober

Städel Museum in Frankfurt am 30. Oktober

Nach der Ankunft in Frankfurt haben wir um 11.00 Uhr an einer Führung durch das Museum teilgenommen. In zwei Gruppen haben wir durch fachkundige Erklärungen der Kulturhistoriker alles über die Zuordnung der Bilder in jeweilige Epoche der Malerei erfahren. Bei den Bildern wurden wir über alle Facetten ausführlich informiert und dabei erfahren was der Maler mit seinem Bild zum Ausdruck bringen wollte. Auch die Fragen der Teilnehmer wurden immer beantwortet. Das erforderte natürlich viel Zeit und wir konnten nur einen begrenzten Einblick in die umfangreichen Sammlungen des Museums nehmen. Nach dem Ende der Führung konnten die Teilnehmer noch weiter im Museum verweilen oder mit dem Bus zum Römer fahren. Dort konnte man u. a. die neu aufgebaute historische Altstadt anschauen und in einem der Zahlreichen Cafes und Restaurants einkehren. Nach einer, wegen der Verkehrsführung in Frankfurt notwendigen „Kreuzfahrt“, konnte man noch einige markante Gebäude aus dem Bus heraus sehen.

Die Zeit der Führung hätte länger sein sollen, so das Resümee einiger Teilnehmer. Allerdings wäre das auch mit einer Verdoppelung der nicht unerheblichen Kosten der Führung verbunden gewesen. Manche Teilnehmer wären dann eventuell wegen der Höhe der Kosten nicht mehr an der Veranstaltung interessiert gewesen.

H.W.  

Bilder: H.W.

25.10.2025 „Cosi fan tutte“ Oper von W.A. Mozart im Kulturzentrum des Schartenhofs in Eckelshausen

25.10.2025 „Cosi fan tutte“ Oper von W.A. Mozart im Kulturzentrum des Schartenhofs in Eckelshausen

Cosi fan tutte = ”So machen es alle” soll heißen: alle Frauen betrügen ihre Männer. Uraufführung war im Januar 1790
am Wiener Burgtheater „Die Oper war lange Zeit umstritten wegen dem angeblich albernen (stimmt) und
unmoralischen Textbuch. Auch von Beethoven sind abfällige Äußerungen überliefert. Das hinderte ihn aber
anscheinend nicht die daran, Fiordiligis Arie im 2. Akt zum Vorbild für die große Arie der Leonore in seinem „Fidelio“
zu kopieren.
Kurz: Die Offiziere Ferrando und Guglielmo wetten mit ihrem Freund Don Alfonso darum, dass ihre Verlobten, die
Schwestern Fiordiligi und Dorabella, ihnen treu bleiben würden. Es folgen Intrigen, Verführungsspiele und
Verwirrungen der Gefühle. Am Ende wird die List aufgedeckt, Don Alfonso gewinnt seine Wette, und die Paare
versöhnen sich, reicher an Erfahrung über die menschliche Natur.
Gesungen wird aus dem Jenseits: Zugrunde gelegt war eine verkürzte Aufnahme des NDR aus dem Jahr 1953, es
erklangen Stimmen von längst verstorbenen Sängern wie Rudolf Schock und Walter Berry. Daher wurde auch auf
Deutsch gesungen und nicht in der Originalsprache italienisch, was aber auch nicht besser zu verstehen war.
Mareile Zürcher, die Enkelin der Gründerin des Kulturzentrums Annemarie Gottfried-Frost hatte uns vor Beginn der
Vorstellung darüber aufgeklärt, dass die Marionetten nicht etwa aus Holz hergestellt sind, sondern aus Stoff. Es
erwarteten uns ein herrliches Bühnenbild und Marionetten mit farbenprächtigen Kostümen. Die Fäden der Marionetten
ziehen 6 Puppenspieler, die schon seit Jahrzehnten ein festes Ensemble bilden. Fasziniert erlebten wir, dass die Puppen
an ihren vielen Fäden glaubhaft das ganze Spektrum der Gefühle zum Ausdruck bringen konnten. Am Ende der
Vorstellung zeigten sich die Puppenspieler bei geöffnetem Vorhang und es gab großen Applaus
Ein großes Lob unserem Busfahrer René von Plus Bus Tours, der uns mit dem großen Bus durch die enge steile Gasse
in Eckelshausen rückwärts bis vor die „Haustür“ gefahren hat.
GS———–

Besuch des Musicals „Wie im Himmel“ im Neuen Kellertheater Wetzlar am 28. September

Besuch des Musicals „Wie im Himmel“ im Neuen Kellertheater Wetzlar am 28. September

Vor etwa drei Wochen war im Neuen Kellertheater Wetzlar die Premiere des Musicals „Wie im Himmel“ und auch für den Kulturring war die Fahrt dorthin eine Premiere. Das kleine Theater feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum und was tatsächlich in einem Keller begann, ist heute ein professionell aufgestelltes Theaterhaus, das nach mehreren Umzügen seinen Platz in der Stadthalle Wetzlar gefunden hat. Es hat 120 Plätze und bringt im Jahr rund 60 Aufführungen mit bis zu 7200 Besuchern auf die Bühne – eine beeindruckende Zahl für ein reines Amateurtheater.

Derzeit machen rund 40 – 80 Mitglieder das Kellertheater zu einer professionellen Amateurbühne und wir haben das Glück, bei unserem Musicalbesuch ein tolles und bestens aufgelegtes Ensemble zu erleben. Die Regie in Wetzlar führt Christoph Drewitz, der sich deutschlandweit einen Namen als Musical-Regisseur gemacht hat und für das Kellertheater immer wieder in die Heimat zurückkehrt.

Kurz zum Stück: „Wie im Himmel“ basiert auf dem gleichnamigen Film und erzählt die bewegende Geschichte eines weltberühmten Dirigenten, der nach einem Herzinfarkt in sein schwedisches Heimatdorf Ljusåker zurückkehrt. Dort übernimmt er den Kirchenchor und entfacht eine musikalische Leidenschaft, die das ganze Dorf positiv verändert und die Menschen dazu bringt, sich durch die Musik neu zu entdecken.

Viele von uns kannten bereits den schwedischen Film „Wie im Himmel“ aus dem Jahr 2004. Es ist ein sehr berührender Film, der zu Herzen geht, und dieses Gefühl weiß auch die Aufführung in Wetzlar zu vermitteln. Mit viel Spielfreude zeigen die Darsteller und Sänger auf der Bühne, was Musik alles bewegen kann. Ob es nun um die Befreiung der Dorfbewohner aus ihren festgefahrenen Strukturen geht oder um die Selbstfindung des Dirigenten Daniel: Sowohl darstellerisch als auch gesanglich werden die Persönlichkeiten der Dorfbewohner mit all ihren Schrullen und Eigenheiten nuanciert aufgezeigt, ebenso gefühlvoll die Konflikte und die Wandlung der Figur Daniel durch den Hauptakteur. Das Bühnenbild ist einfach gehalten, aber nicht spartanisch, und wird von den Darstellern selbst passend zu den einzelnen Szenen bewegt; der Zuschauer weiß sofort, wo er sich befindet. Es gibt viele lustige Szenen, die sehr unterhaltsam sind, emotional aber berühren am meisten die gefühlvollen Gesangsparts, sei es solistisch oder im Duett. Überhaupt agiert das Ensemble, unterstützt von einem tollen Orchester, stimmlich auf hohem Niveau und das Publikum geizt nicht mit Zwischenapplaus. Wer die Geschichte kennt, weiß natürlich, dass es kein Happy End im üblichen Sinne von „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ gibt. Aber wie der Film vermittelt das Musical in Wetzlar ein wunderbares Bild davon, wie Musik und Gemeinschaft Menschen zusammenbringen und ihnen Halt geben kann. Standing Ovations sind am Sonntagabend der Lohn des Publikums für Darsteller und Musiker.

Wir sind uns ebenfalls einig: Es war eine tolle Musicalaufführung mit vielen Emotionen. Und wir werden das Kellertheater auch für das  kommende Jahr im Blick behalten!

E.Z.

MUSICAL „WINTERGREEN FOR PRESIDENT“ – Besuch der Vorstellung am 11. Juli 2025 im Stadttheater Gießen

MUSICAL „WINTERGREEN FOR PRESIDENT“ – Besuch der Vorstellung am 11. Juli 2025 im Stadttheater Gießen

Unser Musicalbesuch von „Wintergreen for President“ war gleichzeitig auch die letzte Vorstellung des Gießener Stadttheaters vor der Sommerpause. Obwohl das quirlige Stück aus dem Jahr 1931 aus der Feder des weltbekannten Komponisten George Gershwin (Texte: IraGershwin) stammt, feierte es erst im Mai dieses Jahres im Stadttheater Gießen seine deutscheErstaufführung. Von dem Komponisten in den 1930-er Jahren als absurde Politsatire angelegt ,scheint es den Theatermachern bislang wohl etwas aus der Zeit gefallen zu sein. Aber in derGießener Aufführung werden die Dialoge des Musical-Fundstücks ins Jahr 2025 transferiert: Manspricht von Zöllen, Grönland und dem Panamakanal … und Wintergreen mit blauem Anzug und roter Krawatte hat unübersehbar Ähnlichkeit mit dem aktuellen US-Präsidenten.
Kurz zum Inhalt des Stücks: John P. Wintergreen, der von Politik eigentlich überhaupt keine Ahnung hat, soll Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden. Also muss ein Themaher, das jeden interessiert, aber so unpolitisch wie möglich ist: die Liebe! Öffentlichkeitswirksam soll Wintergreen die Gewinnerin eines Schönheitswettbewerbs heiraten, doch die Liebe hält sich nicht an Wettbewerbsergebnisse und es ergeben sich nationale und internationale Verwicklungen.
Da die Kritiken zu „Wintergreen for President“ im Vorfeld durchweg positiv waren, sind unsere Erwartungen natürlich hoch. Und wir werden nicht enttäuscht: Gleich zu Beginn zeigen sich uns die Darsteller in einer großen Ensembleszene – laut, schrill und bunt. Spartenübergreifend präsentiert das Musical Gesang, Chor, Schauspiel und Tanz – alles mit viel Tempo, pointierten Dialogen und bösem Witz, der auf die politische Realität von heute abzielt. Das Philharmonische Orchester sorgt Gershwin-like für wunderbaren Klang zwischen Jazz und Ragtime. Und wie man es in Gießen kennt, lösen die Sängerinnen und Sänger ihre Aufgabe sowohl stimmlich als auch schauspielerisch mit Bravour. Zwar werden dem Publikum vor der Vorstellung noch entschuldigend stimmliche „Ausfälle“ im Chor und bei einer Solistin angekündigt, aber davon ist im Publikum nichts zu spüren. Der Bariton kann seine Rolle infolge eines Fahrradunfalls sogar nur mithilfe einer Krücke spielen, aber „the show must go on.“ Die Darsteller auf der Bühne geben zum Abschluss der Theatersaison vor ausverkauftem Haus noch einmal alles und werden mit sehr herzlichem Applaus belohnt.
Nach dem letzten Vorhang verabschiedet die Intendantin Simone Sterr noch einen der jungen Gießener Schauspieler, David Gaviria, der ans Staatstheater Nürnberg wechselt. (Einigen von uns ist er vielleicht noch als Akteur aus dem Stück „Mädchenschule“ bekannt).
Im Kulturring Allendorf/Lda. sind wir nun dabei, unsere Theaterbesuche für die kommende
Spielzeit 2025/2026 vorzubereiten. Schauen wir mal: Wie immer werden wir Stücke aus beiden
Sparten, Musik und Schauspiel, ins Programm nehmen.

E.Z.

Bilder: Ch. Schuller

„Il Trovatore“ von Giuseppe Verdi am 22.6.2025 im Stadttheater Gießen

„Il Trovatore“ von Giuseppe Verdi am 22.6.2025 im Stadttheater Gießen

Bild: GS

„Für „Il trovatore“ braucht man die vier besten Sänger der Welt“ – ein Zitat, welches man Enrico Caruso
zuschreibt. Und die 4 Sänger im Stadttheater Gießen waren da ganz nah dran:
Michael Hyokun Ha als Troubadour Manrico ist in Gießen seit Jahren als Dauergast präsent
Grga Peros als Graf Luna, der in der neuen Spielzeit leider zum Staatstheater nach Hannover wechseln wird
Julia Araujo langjähriges Ensemblemitglied, gab ihr beachtliches Debüt als Leonore
Julia Melanomartig als Gast verkörperte stimmgewaltig die Zigeunerin Acuzena
Und da war auch noch Ensemblemitglied Clarke Ruth, der mit seinem kerniger Bass Hauptmann Ferrando im
Heer des Grafen Luna darstellte.
Die Oper hat keine Ouvertüre, gleich zu Beginn heulen die Sirenen – es ist Krieg !
Der Regisseurin ist es gelungen, eine unverständliche Opernhandlung nachvollziehbar auf die Bühne zu bringen:
ein Erzählquartett mit langen grauen Haaren in schwarzer Kleidung wendet sich auf Deutsch ans Publikum und
berichtet von der Vorgeschichte sowie von nicht gezeigten Handlungselementen.
Das Bühnenbild – wenig abwechslungsreich und ganz in Gelb. Im weiteren Verlauf fallen die gelben Stoffbahnen
und geben den Blick frei auf brandgeschwärzte Wände: Feuer, Leid und Zerstörung überall. Gelb: die Farbe von
Neid und Missgunst. Passt!
Wie bei fast allen Opern gibt es auch hier eine literarische Vorlage: die Handlung basiert auf dem Schauspiel El
trovador von Antonio García Gutiérrez und spielt in Biscaya und Aragonien. Im Schloss von Aljafería
(Aragonien) zeigt man heute noch den Turm des Troubadours – seinen Hinrichtungsort.
Ein weiteres wichtiges Element der Aufführungen im Gießener Theater sind die Pausen: Im oberen Foyer kann
man sich bei einem Gläschen Sekt und kleinen Snacks gütlich tun. Was wir auch gemacht haben.
Am Ende der Vorstellung gab es verdienten lang anhaltenden Applaus für alle Mitwirkenden.—————
Mit seiner im Jahre 1853 uraufgeführten Oper ”IL TROVATORE” schuf Verdi eines seiner beliebtesten Werke.
Als „Trilogia popolare“ werden die drei Opern von Giuseppe Verdi Rigoletto, IL Trovatore und La Traviata
bezeichnet, die seinen internationalen Ruhm begründeten.
In der vergangenen Spielzeit haben wir im Gießener Theater Rigoletto gesehen und jetzt freuen wir uns in der
kommenden Spielzeit 2025/2025 auf La Traviata.
GS