Rigoletto von Guiseppe Verdi

Rigoletto von Guiseppe Verdi

Die bestellten 40 Karten für die Oper Rigoletto waren bald vergriffen und am 21. Nov.  fuhren wir mit einem Bus der Firma Plus-Bus-Tours nach Kassel in das Staatstheater. Dort angekommen, zauberte Heiko Lich zunächst aus den Tiefen seines Busses ein üppiges Buffet hervor. So gestärkt nahmen wir im Theater unsere Plätze ein und harrten gespannt der Dinge, die da kommen sollten.

Die teils schmissige, teils melancholische Ouvertüre schildert bereits wesentliche Züge der Handlung. Der Vorhang hob sich – die Vorstellung begann. Die Kulisse ähnelte einem anatomischen Hörsaal und es blieb uns überlassen, darin jeweils den Palast des Herzogs von Mantua, Rigolettos Behausung oder auch Sparafuciles Räuberhöhle hinein zu interpretieren.  Aber dies tat unserer Begeisterung für diese Vorstellung keinen Abbruch.
In der spannungsreichen  Aufführung unter der Leitung von Kapellmeister Yoel Gamzou glänzte besonders die Chinesin Lin Lin Fan als Gilda mit ihrem glockenreinen Sopran.  Auch der  Bariton Stefan Adam als Hofnarr Rigoletto, dem man das Lachen wie eine Wunde in das Gesicht geschnitten hatte, verkörperte schauspielerisch und stimmlich den  liebenden Vater genauso eindrucksvoll wie den Gedemütigten und später den Rächer.(Si, Vendetta!)
Und  nicht zuletzt Giuseppe Verdis Musik machte diesen Abend für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis. Verdis Figuren sind Menschen mit großen Gefühlen, sie rühren zu Tränen, seine Musik trifft ins Herz, seine Rhythmen gehen ins Blut. Und wenn Rigoletto am Schluss über seiner toten Tochter zusammenbricht, gehört dies zu den großen Momenten der Operngeschichte.

Kurzinhalt:
Rigoletto ist ein buckliger Hofnarr am Hofe des Herzogs von Mantua, der vom Graf Monterone verflucht wird. Zu Hause hütet und beschützt Rigoletto seine einzige Tochter Gilda. Nur zum Kirchgang darf sie die Wohnung verlassen, denn er hat Angst, der Herzog könne das schöne Kind entdecken. Dies ist jedoch schon längst geschehen. Mit einer List entführt der Herzog Gilda und bringt sie in seinen Palast. Rigoletto ist außer sich und schwört Rache. Der Auftragsmörder Sparafucile solle ihn umbringen, wird von seiner Schwester aber abgehalten. Als Rigoletto, wie zuvor abgemacht, von Sparafucile den Sack mit der vermeintlichen Leiche bekommt, ist er zunächst vergnügt und plant, die tote Person in einen Fluss werfen. In diesem Moment ertönt der Gesang des Herzogs, die weltberühmt gewordene Kanzone „La donna è mobile“ oder „O wie so trügerisch sind Weiberherzen“). Rigoletto glaubt zunächst an Einbildung, öffnet den Sack und sieht seine eigene Tochter, die ihm sterbend noch Lebewohl sagen kann – der Fluch hat sich bewahrheitet.

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